Wende-Initiative Suhl und Umgebung

Mit der Gründung und Entwicklung der Wende-Initiative Suhl und Umgebung möchten wir im Rahmen der Transition Town-Bewegung gemeinsam mit anderen Bewohnern unserer Region alle möglichen Anstrengungen unternehmen, um dem globalen Ölfördermaximum und dem Klimawandel Paroli zu bieten. Es geht darum, eine Kommune so zu organisieren, dass ihre Bewohner möglichst wenig Energie verbrauchen und trotzdem ein zufriedenes Leben führen können, ohne Mangel zu leiden. Im Mittelpunkt stehen dabei lokales Wirtschaften, lokale Ernährung, lokale Energieversorgung oder die Förderung der Selbstversorgung. ... mehr dazu in unserem Kurzkonzept
(Kurzkonzept
als PDF-Download)


Bericht über das Treffen der Wende-Initiative am 1. September 2010

Berichte über die Exkursion am 10.07.2010 nach Rieth und Rossach finden Sie in unserem Blog und einen Bildbericht in unserer Rubrik Berichte

Bericht über das Treffen der Wende-Initiative am 7. Juli 2010

Bericht über das Treffen der Wende-Initiative am 5. Mai 2010

Link zu einem Artikel im GEO über TT Bielefeld und TT in Deutschland
Im aktuellen Heft selber ist parallel dazu ein Artikel über TT Totnes (Link) erschienen.


Link zum Transition Wiki   zur Online-Zusammenarbeit unserer Wende-Initiative      (Kurzanleitung)

Bericht über das Treffen der Wende-Initiative am 3. März 2010


Bericht über das Treffen der Wende-Initiative am 6. Januar 2010


Bericht über den Vortragsabend am 11.12.2009


Bilder vom "Training for Transition" in Bielefeld (Link)


Bericht über das dritte Treffen der Wende-Initiative Suhl und Umgebung
Am 4. November 2009 trafen sich wieder 18 engagierte BürgerInnen zum dritten Treffen der Wende-Initiative Suhl und Umgebung in der Scheune des Bürgerhauses Zella-Mehlis. Nach der Begrüßung durch Frank Rothämel zitierte Horst Liebermann einige Ausschnitte aus dem Grußwort des Bundespräsidenten Horst Köhler zur Verleihung des Deutschen Umweltpreises am 25.10.2009 in Augsburg. In dieser bemerkenswerten Rede betont der Bundespräsident die Notwendigkeit des ökologischen Wandels und er regt an, darüber nachzudenken, ob ein "immer mehr"-Denken unter den gegenwärtigen und zukünftigen Bedingungen noch zeitgemäß ist. In diesem Zusammenhang stellt er das Wachstum des Sozialprodukts als ein zentrales Dogma unserer Gesellschaft in Frage. Diese Rede macht Mut im Bezug auf ein beginnendes Umdenken der Politik und der Menschen überhaupt im Zusammenhang mit der weiteren gesellschaftlichen Entwicklung.
Anschließend sprach Frank Schellhorn in einem sehr interessanten Vortrag über Permakultur aus der Sicht der Praxis. Er berichtete in diesen Zusammenhang über seine Tätigkeit zur Erhaltung von alten Apfelsorten.
(Link zu einem Artikel über Frank Schellhornin der Taz)
Als nächster Tagesordnungspunkt berichteten Vertreter der Arbeitsgruppen über die seit der letzten Zusammenkunft durchgeführten Arbeitsgruppentreffen.
Danach gab Horst Liebermann einen kurzen Überblick über den Internetauftritt unserer regionalen Wende-Initiative unter www.überlebenskultur.de und gab eine kurze Einführung zum Transitions-Wiki.
Rainer Gunkel informierte über die Möglichkeit und die Bedingungen zur Teilnahme am ersten Transitions-Training in Bielefeld am 5. und 6.Dezember 2009.
Nach der Beratung in den einzelnen Arbeitsgruppen und der Kurzberichterstattung über ihre Diskussionsinhalte und Festlegungen wurden noch folgende Termine vereinbart:

  • 13.11. 2009, 16.00 Uhr: Möglichkeit zur Teilnahme an einer Exkursion im Erlebnisbahnhof Schmalkalden
  • 11.12.2009, 19.30 Uhr, Scheune des Bürgerhauses Zella-Mehlis: Vortrag Dr. Rainer Gunkel und Dorothea Gunkel über die Tagung "Urbane Landwirtschaft & Gärten - Zukunft der Stadt"
  • 06.01.2010, 19.30 Uhr, Scheune des Bürgerhauses Zella-Mehlis: nächstes Treffen der Wende-Initiative Suhl und Umgebung
  • 13.03.2010: Exkursion zu den Streuobstwiesen von Frank Schellhorn nach Hildburghausen-Steinfeld



Bericht über das zweite Treffen der Wende-Initiative Suhl und Umgebung

Am 7. Oktober 2009 trafen sich wieder etwa 25 engagierte BürgerInnen zum zweiten treffen der Wende-Initiative Suhl und Umgebung in der Scheune des Bürgerhauses Zella-Mehlis. Zur Einführung sprach Dr. Rainer Gunkel. Ausgangspunkt seiner Ausführungen war die These der Notwendigkeit der Entwicklung der regionalen Selbstversorgung aufgrund der zurückgehenden Ölfördermengen. Ralf Päsler, Referent für Umwelt, Verkehr und Energie der Stadtverwaltung Eisenach berichtete anschließend über die Erfahrungen, die Erfolge und Vorgehensweisen in diesen Bereichen in der Stadt Eisenach. Gute Erfahrungen und Erfolge gibt es in Eisenach z. B. bei der Beteiligung der Bürger beim Ausbau der Erzeugung regenerativer Energien (Bürgersolarpark, Windkraftanlagen). Die nachfolgende Zeit nutzten die Teilnehmer für die Projektarbeit. Unter der Leitung von Susanne Mohr hatten die Anwesenden die Möglichkeit bis zu 3 Visionen für die nächsten 10 Jahre stichpunktartig auf Karten zu notieren und ihre Ideen folgenden Komplexen zuzuordnen, die Ausgangspunkt für die nachfolgend zu gründenden Arbeitsgruppen bilden sollten:

  • Biologischer Garten- und Landbau, Permakultur, Kreislaufwirtschaft
  • Energie
  • Lokales Geld
  • Bildung und Erziehung; Psychologie der Wende, Kultur, Gesundheit
  • Bauen, Wohnen, Verkehr, Handel
Die von den Einzelnen als besonders wichtig eingeschätzten Ideen konnten dann noch gekennzeichnet werden. Auf dieser Grundlage erfolgte die Bildung der Arbeitsgruppen und die Beratung in den Arbeitsgruppen über:
  • gemeinsame Themen
  • gemeinsame Ziele
  • erste gemeinsame Schritte
Das nächste gemeinsame Treffen der Wende-Initiative Suhl und Umgebung findet am 4. November 2009, 19.30 Uhr in der Scheune des Bürgerhauses Zella-Mehlis statt.



Bericht über das erste Treffen der Wende-Initiative Suhl und Umgebung

Nach dem am 25. August 2009 Dr. Rainer Gunkel vom FORUM ÜBERLEBENSKULTUR zum Thema "Der stille Ausweg aus der Krise: Kommunale Selbstversorgung" referiert hatte, trafen sich am 2. September 2009 in der Scheune des Bürgerhauses Zella-Mehlis 26 engagierte Bürger auf Einladung von ÜBERLEBENSKULTUR, um über die Vorgehensweise bei der Gründung einer Wende-Initiative zu diskutieren und eine regionale Wende-Initiative auf den Weg zu bringen.
Claudia und Frank und Rothämel hatten dankenswerterweise einen wohlschmeckenden Imbiss mit Produkten aus ökologischen Anbau (Ökomarkt Vachdorf) nebst diverser Getränke organisiert.
Nach den einleitenden Worten der Initiatoren stellte sich jeder Teilnehmer vor und stellte seine Beweggründe für sein Engagement in der Wende-Initiative dar und benannte die ihn besonders interessierenden Themen. In der anschließenden Diskussion gab es die Erkenntnis, dass es als Basis für die weitere Arbeit vorteilhaft wäre, wenn jeder Teilnehmer das Energiewende-Handbuch (Rob Hopkins: Energiewende - das Handbuch. Anleitung für zukunftsfähige Lebensweisen. Verlag Zweitausendeins 2008. ISBN 978-3-86150-882-3) gelesen hat.
Für die nächste Zusammenkunft wurde beschlossen, Moderationstechniken anzuwenden, um jeden Teilnehmer zu erleichtern, herauszufinden, welche Arbeitsgruppe am besten seinen Intentionen entspricht. Dann sollen auch die ersten Arbeitsgruppen etabliert werden.
Die nächste Zusammenkunft findet am Mittwoch, den 7. Oktober, 19.30 Uhr in der Scheune des Bürgerhauses Zella-Mehlis statt.

Wende-Initiative
(Startseite)

Allgemeine Ressourcen

Themen:

  Regionalgeld

  Energie

  Natürliches Gärtnern
Titel

Was ist die (Energie-) Wende-Initiative?

Die Wende-Initiative Suhl/Zella-Mehlis und Umgebung versteht sich als ein Teil der sich weltweit ausbreitenden Transition Towns Initiative. Ausgangspunkt dieser Bewegung war die kleine Stadt Totnes im Süden Großbritanniens. Mittlerweile gibt es weltweit über 1000 (in Worten: tausend). In Deutschland sind drei Initiativen offiziell anerkannt: Bielefeld, Witzenhausen, Berlin-Friedrichshain/Kreuzberg. Fast jeden Monat entstehen auch in Deutschland neue Initiativen: Es gibt Gruppen in Dresden, Eisenach, Kiel, München, Emskirchen, Kaufungen, Hannover, Göttingen und - nicht zuletzt Suhl/Zella-Mehlis. Eine Vernetzung der Initiativen erfolgt hauptsächlich über das Internet (Transition)-Netzwerk.
Ausgangspunkt bildet dabei die Frage: Was können wir als Bürger tun, um den Problemen und Herausforderungen, die sich durch die globale Megakrise ergeben, Paroli zu bieten? Es geht darum, zu erkennen, dass es sich bei dieser Megakrise um eine Krise des modernen Wirtschaftens und der ihr gemäßen Lebensweise handelt.
Einerseits Ressourcenschwund: Die Fördermengen wichtiger Rohstoffe stagnieren oder gehen zurück. Insbesondere die fossilen Rohstoffe gehen uns aus. Am gravierendsten wird dieses Problem bei dem Rohstoff, von dem wir in dramatischem Maß abhängig sind, beim Öl ("Peak Oil" = Fördermaximum).
Andererseits Klimawandel: Indem wir Öl und anderes folgenblind verbrennen, heizt sich der Planet auf.
Wir haben ein Zwillingsproblem, ein mit bisherigen Mitteln unlösbares Problem von Ressourcenschwund und Klimawandel. Die "Megakrise" hat wohl ihren Kern darin, daß wir immer mehr - weitgehend nicht lebensnotwendige - Waren und Dienstleistungen produzieren mit dem Hauptziel, Geld dafür zu erhalten, sei es nun Profit oder Arbeitslohn. Werben, zentral und zugleich transportintensiv (anstatt regional) produzieren, zum Verkauf ggf. zur anderen Seite des Planeten transportieren, rasch konsumieren, wegwerfen und schließlich verbrennen.
Dass das nicht gut geht, zeigt sich gerade gegenwärtig.
Deshalb müssen wir uns vom "Wachstumsmodell" des ressourcen-verschlingenden fossilen und atomaren Wirtschaftens verabschieden. Auch auf "grüner", alternativer Basis ist Wachstum nicht zu halten - alternative Energiegewinnung aus Sonne, Wind und Wasser ist der Energieeffizienz des Öls nicht gewachsen, alles würde entweder Unmengen anderer Rohstoffe verschlingen oder aber viel, viel langsamer gehen. Statt Wachstum steht kreative Entschleunigung an.
Also: Es geht nicht (mehr lange) weiter so. Es heißt, die Situation klar zu sehen, nicht zu verdrängen. Mit der noch immer ungehemmten Globalisierung wurden und werden den Menschen rund um den Planeten die Fähigkeiten zur Selbstversorgung ausgetrieben. Der Gegenentwurf ist, daß das Verhältnis von globalisiertem und regionalisiertem Wirtschaften und Konsumieren umzukehren ist: Im Ozean der regionalen (kommunalen) Selbstversorgung soll es künftig nur noch Inseln zentralisierter Produktion und transportintensiver Fremdversorgung geben.
Auf dieses Ziel hin kann und darf nicht auf Politik und Verwaltung gewartet werden. Daher schlug die Gruppe um den Permakultur-Experten Rob Hopkins (Südwestengland, Provinz Devon) engagierten Bürgern vor, ihre Kommune anders zu organisieren: nämlich lokal zu wirtschaften mit kurzen Transportwegen, sich über gärtnerische und landwirtschaftliche Produktion vor Ort regional zu ernähren, ortsnahe, insbesondere nachwachsende Rohstoffe zu nutzen, ihre Energie weitgehend selbst zu erzeugen, ja, alle Aspekte der Lebensweise auf den Trend zur Regionalisierung hin zu prüfen. Grundsätzlich gesagt: Die Rückkehr zu stärker lokal orientierten energieeffizienten und selbstversorgenden Lebensumständen ist für die Menschheit eine Überlebensfrage.
Der Weg der regionalen Selbstversorgung stärkt die Resilienz (Widerstandsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit oder Elastizität) gegen globale Krisen.
Die Transition Town-Bewegung, die Horst Köhler in seiner letzten, geradezu visionären Rede als Bundespräsident ausdrücklich würdigte, setzt nicht auf Abschreckung, auf Betroffenheit, Entsetzen und Wut, sondern zielt auf die inspirierenden, begeisternden Möglichkeiten ab. Wir wollen normaler, zukunftsfähiger leben: mit weniger Stress, weniger Eile, weniger Angst, besserer Nahrung, besserer Gesundheit, mehr Gleichheit. Dabei sind sowohl neue, der Selbstversorgung dienliche Technologien gefragt als auch die Reaktivierung alter Kulturtechniken aus Großmutters Zeiten. Der Prozess des Wandels ist positiv ausgerichtet und kreativ und macht nicht zuletzt deshalb Spaß, weil er uns mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen spürbar näher verbindet, weil er aus der durch Technisierung und Automatisierung begünstigten Selbstentmündigung herausführt.

Jeder, der Interesse hat, sein Umfeld in diesem Sinn zu gestalten, kann sich in bereits vorhandenen Arbeitsgruppen einbringen oder die Gründung einer neuen Arbeitsgruppe anregen. Bisher gibt es bei ÜBERLEBENSKULTUR folgende Arbeitsgruppen:
  • Selbstversorgung mit Energie
  • Natürlich gärtnern: Garten- und landbauliche Selbstversorgung unter Berücksichtigung der Prinzipien der Permakultur
  • Regionales Geld
Die Gruppen arbeiten unabhängig von den festen Terminen der Wendeinitiative, in denen sie aber regelmäßig von ihren Erfahrungen berichten.
Regelmäßige Treffen der Wende-Initiative finden im Bürgerhaus Zella-Mehlis (Anschützstraße 28) statt: jeweils am ersten Mittwoch in den ungeraden Monaten ab 19 Uhr.
Ablauf: Kurzvortrag von Wende-"Pionieren" / Berichte aus den Gruppen / Gruppenarbeit

Ausgewählte Literatur:
  • Rob Hopkins: Energiewende - das Handbuch. Verlag Zweitausendeins 2008
  • Richard Heinberg: The Party's Over
  • Horst Köhler: Schlüsselfrage Mobilität. Weltverkehrsforum Leipzig 2010
Ausgewählte Internetadressen: